Del Bel - Gruselig schön!

Auf ihrem Debutalbum 'Oneiric' gab es noch etwas leichtgewichtigere Songs. Doch die Leichtigkeit haben Del Bel mit ihrem neuen Album gleichen Namens über Bord geworfen. Die Band aus Toronto bezeichnet ihren Sound selbst als zwischen Pop Noir und Cinematic Sound wechselnd und anders als bei solchen selbstgewählten 'Tags' treffen sie damit ins 'Schwarze'. Neun großartig geschriebene und arrangierte Songs von Tyler Bellez, begleitet von der Stimme von Lisa Conway, ergeben ein Werk, das man vielleicht besser nicht alleine hören sollte. Das mit den Vergleichen ist ja immer so eine Sache, aber je öfter die Del Bel Songs den Weg zu meinem Hörnerv finden, denke ich mir: hier trifft Timber Timbre mit Beth Gibbons zusammen.

CD & Vinyl gibt es auf ihrer Bandcampseite
Digital gibt es Del Bel auf Amazon: Del Bel Album

 

 

Le Pop 8 - französischer Pop und Nouvelle Chanson

Lepop.de ist ein Kölner Label, das sich der Verbreitung von frankophoner Musik verschrieben hat. Vor vielen Jahren geriet eine ihrer Compilations in meine Hände und Gehörgänge, das war Le Pop 4 und die gefällt, sich im CD Laufwerk drehend, immer noch. Vor kurzem gab es einen akustischen Nachschlag und zwar veröffentlichten die Kölner die achte Ausgabe von Le Pop. Mit einem gewissen Understatement bezeichnen sie sich selbst als ‚die amtliche Quelle für französchen Pop und Nouvelle Chanson‘, doch Beamte bekommen das nicht so gut hin. Es ist ihnen ein sanfter, superschöner und unterhaltsamer Sampler gelungen. Und wenn man sich auf diese Musik einlassen kann, dann ist ein Ansteigen der guten Laune garantiert. Wir haben Le Pop zu zweit und getrennt gehört, in Berlin und in den österreichischen Bergen und dass wir uns nicht schwer taten, Favoriten unter den Chansons zu wählen, spricht für die Qualität der Platte.
Mauds Favoriten:
Maissiat - La traversée
Fredda - Pendant que je me parle
Vianney - Aux débutants de l'amour
Toms Favoriten:

Juniore – Christine
Frànçois And The Atlas Mountains - La filles aux cheveaux de soie

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Telemachus - In Morocco (Jan 2015)

Nordafrikanische Beats im London Style

Das ist eine wundervolle Vorstellung: ein wochenlanger Aufenthalt, um an der marokkanischen Atlantikküste zu surfen und nebenbei an einem neuen Album zu feilen. Der Londoner Producer D. Webb aka Telemachus hat dies getan und dabei hat er sich von nordafrikanischen Tönen, Rhythmen und Gesängen inspierieren lassen. Diese wurden dann mit elektronischen Mitteln in Songs verwoben, im Grunde ist 'In Morocco' also ein marokkanisch-englischer Soundteppich. Behagt der Opener, dann werden das auch die anderen Songs tun. Alltäglich ist dieser Sound auf jeden Fall nicht.
 

Miss Kenichi - The Trail (November 2014)

Von der Behutsamkeit der Instrumentierung

Am Beginn steht der Mut von Katrin Hahner a.k.a. Miss Kenichi zum sehr langsamen und melancholischen 'Tale of Two Rivers', minimalistisch instrumentiert mit Harmonium und einer Prise Percussion. Doch das Album entwickelt sich mit jedem Song weiter und findet Höhepunkte in 'Who Are You' und 'The Ghost', doch allen Titeln gemeinsam ist der Einsatz von wenigen Instrumenten, so als ob sie der wunderbaren Stimme von Miss Kenichi ja nicht den Rang ablaufen sollen. Vielleicht ist das auch zu einem Teil dem Produzenten Earl Harvin zuzuschreiben, der ansonsten bei den Tindersticks am Schlagzeug sitzt. Fazit: richtig schöner melancholischer Pop & mit jedem Hördurchgang wird er noch schöner.
 

Birdmask - I'm Fine (and other lies) (2014)

Pop-Kaleidoskop in 18 Teilen

Weder Songschreiber noch Musikhörer sind immer gleich gut drauf, manchmal eilt das Leben dahin, manchmal schleppt man sich nur so weiter. Dieses Lebenslaunen-Spektrum spiegelt sich auch im Album 'I'm fine (and other lies)' wider. Manuel Gagneux, der Mann hinter Birdmask, hat mit den 18 Titeln des Albums musikalisch in die verschiedensten Popkisten gegriffen, der Opener 'Penned' ist melancholischer, ja schon fast Dreampop. Bevor man aber die Gelegenheit hat, sich auf weitere Stücke dieser Art einzustellen, kommt schon 'I'm fine (and other lies)' daher und mit einer wunderbar - auch ironischen - Schräglage kann man sich mitreißen lassen (gibt es nicht eine Band namens Vampire Weekend oder so ähnlich?). So geht das immer weiter mit der Abwechslung. Hervorzuheben sind noch das verspielt orchestrale 'To Azla' und 'Hunters'. Das Album ist eine Entdeckungsreise: bitte sofort buchen und nicht auf Restplätze hoffen.

 

 

TV Girl - French Exit (2014)

TV Girl ist ein Musikprojekt von Brad Petering and Trung Ngo aus Los Angeles und sie haben mit French Exit ein wunderbares Lo-Fi-Pop-Album geschaffen: locker, flockig und leicht. Es sind behutsam instrumentierte Songs, aber vielleicht macht das gerade den besonderen Reiz aus.

Hollow & Akimbo - Hollow & Akimbo (2014)

Hollow & Akimbo ist ein Trio aus Ann Arbour in Michigan. Mit dem gleichnamigen Album haben sie in diesem Frühjahr ihr zweites Werk veröffentlicht. Und es ist eine Perle daraus geworden, changierend zwischen Dream Pop und etwas experimentellen Rock-Songs.

Language Arts - Wonderkind (2014)

Die Band Language Arts aus Toronto bezeichnen ihren Sound selbst als 'Art Pop', aber ihr Erstlingswerk 'Wonderkind' ist bei weitem variantenreicher, als der Begriff es vermuten ließe. Heraus glänzt der Song 'Wonderkind' 

Delay Trees - Readymade (2014)

'Readymade' ist das zweite Album der finnischen Band 'Delay Trees', die Dream Pop mit ein wenig Shoegaze würzen. Hörenswert! [Danke für den Tipp geht nach Niedersachsen!}

Groenland - The Chase

The Chase ist das ganz erstaunliche Debutalbum von Groenland, die aber nicht von der gleichnamigen Insel kommen, sondern aus Montreal in Kanada. Geprägt sind die Songs von der eindringlichen Stimme von Sabrina Halde und einer wundervollen Instrumentierung.

Case Conrad - Leikko

Leikko ist das zweite Album der schwedischen Band Case Conrad und voll mit wundervollen Songs. Eine angenehme Stimme, untermalt mit sanfter Akustik: etwas für ruhige Stunden. LONELYLIGHTLYLOWSHINE und Copper Thief sind auch in unserem Indie Puls Programm zu hören.

Bellflower - The Lotus Factor

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